Neue Stoffe 2

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So. Fellstoff eins war mir also nix. Alternativen mussten her. Ich entschied mich gleich drei Varianten zu bestellen und zu vernähen: Nicki, Strickfrottee & Webfrottee.
Hier ein visueller Eindruck:

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Alle drei Hasen-Prototypen gingen durch verschiedene Hände, wurden in verschiedenen Medien mit Freunden geteilt, um deren Meinungen einzufangen.

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Tendenz war generell immer der Nicki. Ist auch unschlagbar kuschelig, weich. ABER: ist tatsächlich etwas knifflig zu verarbeiten, da sich durch den Strich des Flors der Stoff immer gegeneinander verschiebt. Das hat mir schon keine Freude gemacht. Und ich möchte doch, dass alle Freude am Nähen haben und nicht frustriert an der Nähmaschine sitzen. Schwierig.
Variante Webfrottee gefiel mir auch nicht wirklich. Genau wie bei dem allerersten Versuch empfand ich es als unruhig durch die vielen hohen Schlaufen. Besonders das aufgestickte Gesicht geht ja völlig unter. Und ich sag euch was: hier ist mir noch mal klar geworden welches Gewicht das Gesicht des Tierchens hat. Es macht nämlich unglaublich viel aus. Es erweckt den Hasen zum LEBEN.

Und somit war die Stoffvariante Webfrottee eigentlich auch abgehakt.
Und dann fiel mir auf, dass alle Befragungen eigentlich auch verfälscht waren, weil ich nur die Rückseiten fotografiert hatte und niemand den Kopf gesehen hatte, der ja so viel ausmacht…
Vielleicht wäre das Ergebnis dann ganz anders ausgefallen?
Ihr merkt schon: einfach war die Entscheidung dann nicht.
Die verbleibende Alternative war dann der Strickfrottee.

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Jedoch war ich mit der Weichheit und dem Farbton noch nicht ganz zufrieden und suchte weiter nach Möglichkeiten. Ich bekam Musterlaschen von einem weiteren Unternehmen und nähte wieder Musterteile, diesmal aber nur Köpfe. Der Strickfrottee (GOTS zertifiziert, hergestellt in der Türkei, die Baumwolle wächst leider nicht in Deutschland) war viel weicher als der andere und ich hatte mich sofort verliebt Herz.

Das Unternehmen verkauft hauptsächlich naturfarbene Stoffe oder färbt sie nach den Wünschen der Kunden ein. Ich fragte die Mindestmenge für nach Wunsch gefärbten Strickfrottee an. Das Angebot folgte am nächsten Tag und machte mich nachdenklich…
Für mich bedeutete das eine große Entscheidung, weil ich zunächst einiges Kapital anlegen würde und mich mittelfristig auf diesen Fellstoff festlegen würde müssen. Das Extra-Färben (Mindermengenfärbung in dieser Größenordnung, sonst wäre der Stoff direkt in der Türkei produziert und gefärbt worden) wäre natürlich auch kostspieliger als die andere Variante. Aber eben weniger weich, nicht in “meinem” Farbton. Taschenrechner raus, Hin-und Hergerechne. Gegrübele. Wieviel Differenz macht das für den Endpreis aus?
Den Anruf mit der Absage habe ich lange vor mir her geschoben…
Falls in der Zwischenzeit ein anderer Kunde meinen Vielleicht-Strickfrottee ordern würde, wäre mir die Entscheidung eh abgenommen…
Puh, spannende Zeiten beim sonnenkäfer…

Neue Stoffe 1 – GOTS für Anfänger

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Tja, ihr Lieben: will man nähen, braucht man Stoff 🙂
Und für meine neuen Schnuffeltiere mussten neue Stofflieferanten gefunden werden.
Warum?
Alle bisherigen Lieferanten konnten nicht die entsprechenden Standards zur Herstellung von Spielzeug nachweisen.
Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Hersteller von Spielzeug bestimmte DIN Normen erfüllen für die Sicherheit des Produktes: immerhin kommt es ja in die Hände von Kindern. Um mit den ausgewählten Stoffen nicht nur die Norm zu erfüllen, sondern auch noch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit, Ökologie und Fairness im Verlauf der Herstellung zu leisten, habe ich mich entschlossen, möglichst GOTS zertifizierte Stoffe einzukaufen.

GOTS Signet
Was das ganz genau beinhaltet könnt ihr hier anschauen:
http://www.global-standard.org/images/videos/simpleshow_DE_Global_Standards_GOTS-1920×1080.mp4
Da ich selbst kein zertifizierter Betrieb bin, darf ich mit dem Label nicht werben. Eine Zertifizierung ist aufwendig und teuer und für mich zumindest erstmal nicht machbar.
Dennoch möchte ich bis hierher “gute” Materialien verwenden und habe Lieferanten gefunden mit denen ich zusammenarbeiten möchte.
Besonders schwierig gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Stoff für das Fell. Es sollte verschiedene Bedingungen erfüllen wie Optik, Farbe, leichte Verarbeitung, Griff (Kuscheligkeit), natürlich die entsprechenden Standards und am Ende auch der Preis und die Mindestabnahmemenge. Ich bin ja kein Großbetrieb und eine Mindestabnahmemenge reicht für meine Hasen sicher locker für 1-2 Jahre. (Außer ihr kauft mir gleich den Laden leer 🙂 )
Also konnte ich da nicht so viele Experimente machen und wollte etwas Besonderes finden. Die sonnenkäferin hat es sich nicht leicht gemacht und euch immer wieder nach eurer Meinung gefragt.
Zuerst hatte ich diesen Stoff im Blick:
GOTS zertifiziert, langer Flor, grau. Aber warum nicht grau? Wichtig war mir, dass er nicht zu hell (leichter schmutzig) und nicht zu dunkel (lieber ein fröhlicher Mittelweg) sein sollte.
Gedacht, bestellt, vernäht. Hier das Ergebnis:

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Okay, für die Aufnahme schon gewaschen, nicht gebügelt. Und trotzdem war ich nicht zufrieden. Der Flor war mir zu lang, zu wild, das Gesicht kaum erkennbar. Noch nicht die Lösung.
Wie es weitergeht, lest ihr demnächst…

Übrigens hatte ich mich  kostentechnisch schon auf eine Preiserhöhung eingestellt. Denn wer ökologisch nachhaltig fair will, muss auch fair bezahlen. Dieser Wert menschlicher Arbeit liegt mir sehr am Herzen. Wir müssen weg von “billig, billig” und dabei Menschen (ok, sie leben meist weit weg, wir können es gut ausblenden, dass ein Baumwollpflücker oder eine Näherin kaum leben kann von seinem/ihrem Gehalt, für das bei uns niemand aufstehen würde unter unvorstellbaren Bedingungen, die gesundheitstechnisch höchst verwerflich und teilweise lebensgefährlich sind – Stichwort Rana Plaza, Bangladesh) ausbeuten.

Ich war wohl zu lange in der Bekleidungsindustrie.
Macht es euch bewusst.
You have a choice.
Jeden Tag.

Welche Werte sind dir wichtig?

Wieviel Klamotte brauchst du wirklich?

Billy gegen die Schwerkraft oder Arbeitszimmer sonnenkäfer 2.0

sonnenkaeferideen, upcycling

Nicht nur ich weiß manchmal nicht mehr wo mir der Kopf steht, sondern auch meine Büromöbel!

Hat sich da mein Nähkästchen an das praktische Ordnungsmöbel von den blau-gelben Verführern und sich daran festgesaugt?

Natürlich nicht…

Als hauptberufliche sonnenkäferin und Mobiles Herz brauche ich auch einen Arbeitsplatz, der zu mir passt. Es muss einmal alles raus und neu sortiert werden.

Und weil manche meiner Gedanken etwas quer sind, musste Billy dran glauben und sich jetzt an eine Veränderung gewöhnen. Wenn ihr den Kopf nach links dreht, seht ihr welche.

So sieht der aktuelle Zwischenstand aus:

Billy hat nach 10 Jahren ein neues Leben als Wandregal bekommen. Mehr Platz auf dem Schreibtisch und der Beginn der Kategorie Upcycling 🙂

Ich freu mich über diese Idee für kleines Geld und das Geheimfach in der Ecke, wo ich meine Nervennahrung vor den Kindern verstecken kann.

Von Drachen und Torten…

sonnenkaeferideen, spass, upcycling

Liebe Leute,
ruhig war es hier und um euch auf dem laufenden zu halten, kommt jetzt chronologisch, was bisher geschah:
Heute:
Ein DRACHENGEBURTSTAG mit 7 wilden Drachenkindern, einer aktiven Drachengeschichte, Murmelnsuche, Eis-Drachen-Eiern & Tauziehen.
Ich hab mir viele Ideen bei Pinterest gesucht, z.B. auch diese Drachenbasecaps, die ich einfach mit Filz, doppelseitigem Klebeband und Klebeaugen gepimpt hab.

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Bevor ihr fragt: die Motivtorte hat mich einige Nerven gekostet und ich hab immer noch schwarzen Fondant im Kühlschrank. Ideen, was ich damit machen könnte?

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Schwarze Lebensmittelfarbe ist echt der Hammer: vom Kuchenessen färbt dich die Zunge schwarz und an den Fingern hab ich auch noch tagelang eine Erinnerung behalten. Und zu bekommen ist sie auch noch schwer: ich hab sie dann in einem Bäckereibedarfsgeschäft im Industriegebiet bekommen.

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Den Kindergeburtstag haben also alle mit nur kleineren Blessuren (auf den Daumen gekloppt und Knie aufgeschürft) überstanden.
Zum Mitnehmen gab es einen Dinostift, die Ohnezahn-Tischdeko, den ausgegrabenen Dino und ein paar Murmel- und Gummibärenschätze.

Es folgten zwei völlig unnötige und diesmal hartnäckige Familien-Magen/Darm-Wellen, eine vor und eine nach der Familien-Bauernhof-Urlaubswoche. Bäh.

Morgen geht es weiter mit den neuesten sonnenkäfer-Aktivitäten.
Und versprochen: Ich werde mich bessern 🙂

Auflösung des Osterrätsels

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Ich bin ja noch eine Antwort auf das Ostergeräusch schuldig. Hier jetzt auch im Bild, was da so geraschelt hat:

1000 Edelstahlschellen für 1000 neue Hasen!

Warum ist das eine Nachricht wert? Erstens fand ich toll, dass die Glöckchen in der Tüte auch nach mehreren Sekunden immer noch schwingen. Zweitens und Wichtgstens steckt in der Tüte auch ein Stück vom neuen sonnenkäfer.

Diese Schellen sind nämlich nicht von irgendwo, sondern von einem fränkischen Familienunternehmen. Mit denen kann ich telefonieren, über Einhaltung von Grenzwerten und Richtlinien sprechen und das Vertrauensverhältnis aufbauen, dass ich künftig für mein Unternehmen brauche. Und so lernte ich auch, dass das keineswegs Glöckchen sind, sondern Schellen!

Als ich mit sonnenkäfer angefangen habe, war ich unbekümmert und hab einfach mal losgelegt. Die vielen Mails von zufriedenen Kunden waren und sind für mich Bestätigung und Motivation. Meine Produkte gefallen wir nach wie vor und meine Kinder haben auch alle ihre heißgeliebten Kuschelhasen mit ins Bett genommen.

Für Hersteller von Spielwaren reicht allerdings die Sorgsamkeit nicht, die eine Mutter hat, wenn Sie etwas für ihre eigenen Kinder näht.
Und es ist auch gut so, dass es so etwas wie CE Kennzeichnung und DIN Normen gibt. Aktuell befinde ich mich gerade auf der abenteuerlichen Reise, meine Produkte zu zertifizieren.
Ein weiterer Wunsch von mir ist, dabei auch nachhaltig, fair. regional, bio und möglichst plastikfrei zu sein. Die Welt retten kann ich leider auch nicht, aber vielleicht ein bisschen besser machen 😉

In diesem Sinne:
Für viele ist es nur ein Glöckchen, für mich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung 🙂

Osterrätsel

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Eier habe ich keine, die ihr suchen könnt, aber ich habe ein kleines Rätsel in Form eines Geräuschs. Wisst ihr, was das ist?

Es ist Teil meiner neuen Produkte. Zwar nur ein kleiner, aber einer, über den man sich auch Gedanken machen muss.
Die Auflösung kommt nach dem Hasenfest!
Fröhliches Eiersuchen euch allen 🙂
der sonnenkäfer

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Auch der Blog ist da…

sonnenkaeferlesen, News

…mit History, Philosophie, Backstage & Gedanken!

Sonnenkäfer wurde in der Küche einer Ilmenauer 2-Raum-Wohnung am Rande des Thüringer Waldes geboren. 2010 purzelte Jakob in unser Leben: ich wurde Mama!  Für Neu-Erdenbürger im Freundeskreis begann ich Schnuffelhasen  zu nähen. Diese Freunde hatten mich damals ermutigt, einen Dawanda Shop zu eröffnen. Ich kann mich noch sehr gut an das aufregende Gefühl erinnern, als mir nachts der Name für mein eigenes Label einfiel: sonnenkäfer!

2011 öffnete der Shop seine Pforten, Lina purzelte hinterher, zwei Umzüge wurden gemanaged und im Herbst 2014 habe ich dann aus verschiedenen Gründen eine Shop-Pause eingelegt. Wie sagt man: „Life happens“…

Ein gutes Jahr später arbeite ich an sonnenkäfer 2.0 –  neue Produkte, ein wenig mehr Philosphie und vor allem der Sprung in die Selbstständigkeit. Was als Idee begann, wird nun mein Beruf. Und ein bisschen mehr (Mein Lesetipp: „Work is not a job“ von Catharina Bruns).

Vieles ist gerade am Entstehen, wir lernen jeden Tag dazu und ihr werdet auf dieser Seite und in meinem Blog live dabei sein. Ich werde berichten, welcher Weg mich bis hierhin geführt hat, was es bedeutet, als kleines Unternehmen Spielzeug herzustellen und möchte euch auch an ein paar persönlichen Themen teilhaben lassen.

Willst Du wissen, warum ich nicht mehr in der Bekleidungsindustrie arbeite? Möchtest Du vielleicht mit mir Erfahrungen tauschen, wenn es um Nachhaltigkeit oder Vermeidung von Plastik geht? Und vor allem: Hast Du Lust auf Nähen?

Dann werden wir uns wohl Wiederlesen 🙂

Nächtle, die sonnenkäferin

(Leider wollte der Laptop sich gestern noch aufhängen, drum gibt’s den nächtlichen Beitrag erst nach ein paar Stunden Reparaturschlaf…)